Wie die Resteliesl zu den Resten kommt...
Liebe Gemeinde!
Der Sommer unterscheidet sich von allen, die ich bisher erlebt habe. Selbst hier in Südfrankreich spielt das Wetter verrückt. Der Juli war recht frisch und windig; die Gäste, die kamen waren enttäuscht, am Strand vom Sand gepfeffert zu werden...
Mein Häusle ist Gott sei Dank Anfang Juli fertig geworden und konnte somit Gäste aufnehmen. Vorher habe ich in der großen Junihitze bis zur Ohnmacht gearbeitet und alles schön gemacht. Dann kam die Julifrische, in der ich eigentlich hätte stricken können, doch zig andere kleine Aktivitäten hielten mich davon ab. Das Paar Socken liegt dort seit Wochen und ist immer noch nicht vollendet. Man muss ja leben, und so nahm ich jeden Job an, der sich anbot. Einmal wurde ich sogar von einem Hamburger Paar für ihre Gäste als Köchin für zwei Abende angestellt, das war neu und hinterher ein voller Erfolg. Hab' also die Palette meinter Tätigkeiten noch ein bisschen erweitert.
In der Augusthitze dann klebte wirklich alles! Ich hätte gerne die Somaliaaktion mitgemacht, aber ich finde in dem Tohuwabohu hier meine kleineren Häkelnadeln nicht. Und eine merkwürdige Krankheit bremst mich zur Zeit aus: Halsschmerzen und eine Müdigkeit, die mich lähmt. Ich schaffe gerade noch das Pflichtprogramm: mich um eine alte Dame 2x die Woche kümmern, einige Übersetzungen, die eintreffen und immer sofort erledigt werden müssen; für Kür bliebt wenig Luft. Um mich herum haben auch andere Leute die gleichen Symptome, also bilde ich es mir nicht ein. Aber im Grunde ist es nichts Halbes und nichts Ganzes: man fühlt sich nicht eigentlich krank, sondern nur lustlos und schlapp.
Nun hat das Wetter wieder umgeschlagen, und es scheint, die ersten Herbststürme fegen über's Land. Gestern ein Temperatursturz von über 30°C auf 16°C!!! Na, dann werden ja doch über kurz oder lang die Nadeln wieder hervor gezogen, denn in der Kühle macht Stricken wieder Spaß. Und vom Familienbesuch einer Nachbarin wurde ich letztens wieder mal mit einer halben Plastiktüte voller Wollreste beehrt: zwar einiges davon Acryl, aber darunter auch zwei Knäule Sockenwolle, unspektakulär beige, aber ein hübsches beige... Also, einem geschenkten Gaul schaut man ja nicht ins Maul, gell?
Für heute Nachmittag reiße ich mich mal zusammen, denn es steht wieder ein Besuch auf der Ziegenfarm an, bei meiner Freundin, die aus der Wolle ihrer Ziegen die schönsten Produkte macht. Eine andere Freundin, die mit mir kommt, möchte sich dort Wolle für einen Pullover kaufen, und ich werde wohl meinen Traum wahr machen und mir graue, ungefärbte Wolle von den dunklen Ziegen gönnen. Ich glaube, sie werden Cashora genannt, denn sie sind eine Kreuzung aus Cashmere- und Angoraziege. Die Wolle ist traumhaft! Ein Zopfpullover wird wunderbar warm halten! Manchmal muss man sich einfach aus der Lethargie heraus hiefen, denn ein schöner Tag bringt wieder neue Energie und Spaß am Leben!
So, das solls für heute gewesen sein. Weiterhin vielen Erfolg bei allen euren Unternehmungen! Ich bin so fasziniert von der Vielfalt eurer Schöpfungen!
Gruß
Resteliesl
Heike wrote 263 Days Ago (neutral) 0Hallo, liebe Resteliesl,
ich habe Deinen Beitrag gern gelesen - hab' ganz lieben Dank für den Einblick in Dein interessantes Leben in Südfrankreich! :-)
Übrigens: Das mit der Schlappheit geht mir seit vielen Wochen so, scheint derzeit ein allgemeines Problem zu sein. Ich wünsche Dir und mir, dass das bald aufhört.
Herzliche Grüße
Heike
0 points







